Spanische Mittelmeerküste: Alle paar Minuten ein Beben – Erbeben erschüttert Großraum Wien (Videos)

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Die spanische Mittelmeerküste wird von einer Serie von Erdstößen erschüttert. Als Auslöser gilt ein riesiges unterirdisches Erdgaslager, das zur Zeit nahe der Küste angelegt wird. Ein Gutachten bestätigt, dass für Fische und Schildkröten keine Gefahr droht – die Bevölkerung lebt jedoch in ständiger Angst.

Mitten in der Nacht zittern plötzlich die Wände, die Fensterscheiben vibrieren, überall im Ort bellen Hunde. „Wenn sich auf einmal die Möbel bewegen, bekommt man es mit der Angst zu tun“, sagte Sonia Balanzà der Nachrichtenagentur Efe in der ostspanischen Kleinstadt Sant Carles de la Ràpita.

Die Spanierin lebt inmitten einer Gegend, die seit Tagen von einer Serie von Erdstößen heimgesucht wird. Dabei hatte es in dem Gebiet an der Mittelmeerküste zwischen den Städten Amposta und Castellón seit Jahrzehnten keine nennenswerten Beben gegeben, nun wurden innerhalb von etwa zwei Wochen weit mehr als 300 Erschütterungen registriert, zwei davon erreichten eine Stärke von 4,1 und 4,2.

Experten haben keinen Zweifel daran, dass die Beben von einem unterirdischen Erdgas-lager ausgelöst wurden, das etwa 20 Kilometer vor der Küste angelegt wird. Die Erdstöße setzten ein, als die Betreiberfirma Escal UGS Anfang September damit begann, Erdgas in ein früheres Erdölreservoir zu pumpen, das jetzt als Gaslager dienen soll. „Früher hatte es hier nie gebebt, jetzt haben wir alle paar Minuten ein Erdbeben“, sagte der Bürgermeister des Touristenorts Peñíscola, Andrés Martínez.

Spanien vom Weltmarkt unabhängig machen

Die spanische Regierung ordnete an, das Einleiten von Erdgas vorerst zu stoppen. Bei dem 1,2 Milliarden Euro teuren Projekt wird Erdgas von einer Plattform im Mittelmeer mit hohem Druck in die ehemalige Öllagerstätte gepumpt. Das Gas verdrängt das Wasser, das an den Ort des vor Jahrzehnten geförderten Erdöls nachgeflossen war. Das Gaslager, eines der größten des Landes, soll Spanien, das fast seinen gesamten Bedarf importieren muss, von den Schwankungen des Weltmarkts unabhängiger machen.

Beim Einpumpen des Erdgases hielt das Gestein, das die Lagerstätte umschließt, anscheinend dem Druck nicht stand und brach weg oder verrutschte. Vor der Genehmigung des Projekts hatte man alle möglichen Risiken untersucht. In einem Gutachten wurde sogar festgestellt, dass das Rauschen in den Gasleitungen das Gehör von Schildkröten und Fischen nicht beeinträchtigen werde. Nur eines hatte man, wie Umweltminister Miguel Arias Cañete nun einräumte, unterlassen: Die seismologischen Risiken des Vorhabens wurden nicht geprüft. Allerdings fällt dies nicht in die Verant-wortung des konservativen Ministers. Das Vorhaben war 2009 genehmigt worden, als die Sozialisten an der Regierung waren.

Angst vor dem Tsunami

Unter den Bewohnern des betroffenen Küstengebiets herrscht Angst. Niemand kann ihnen sagen, ob die Erdstöße bald abflauen oder ob gar ein noch größeres Ereignis droht. „Die Erdbebengefahr in der Gegend ist nicht zu unterschätzen“, hieß es vom Geologie-Institut Kataloniens (IGC). „Auch ein Beben, das stärker ist als die bisherigen, ist nicht auszuschließen.“ Die Wahrscheinlichkeit eines großen Erdbebens werde jedoch dadurch verringert, dass die Bodenverschiebungen sich vor der Küste unterhalb des Meeres ereigneten.

Nach Ansicht der Geologin Eulàlia Masana gibt es zwei Möglichkeiten: „Entweder die bisherigen Beben haben die Spannungen im Boden abgebaut und die Lage beruhigt sich wieder. Oder die Erdbeben entwickeln einen Domino-Effekt.“ Bei einem Beben von mehr als einer Stärke 6,0 wäre auch ein Tsunami nicht auszuschließen. „Das sind aber nur Hypothesen“, sagte die Wissenschaftlerin der Zeitung El País.

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Spaniens Industrieminister José Manuel Soria versprach: „Das Erdgaslager wird erst in Betrieb gehen, wenn die Sicherheit der Bevölkerung vollständig garantiert ist.“ Die Frage, ob in Erwägung gezogen werde, das Milliardenprojekt ganz einzustellen, beantwortete der Minister nicht. Er ließ auch offen, wer in einem solchen Fall für die Kosten aufkäme. Die Betreiberfirma Escal UGS gehört zu einem großen Teil der Gruppe ACS, die auch Mehrheitsaktionär des deutschen Baukonzerns Hochtief ist.

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Erdbeben erschüttert Wien und Niederösterreich

Das Beben am Mittwochabend hatte die Stärke 4,2. Das Epizentrum lag bei Ebreichsdorf, wo es seit 20. September bereits mehrere Erdbeben gegeben hatte. Es gab „kosmetische Schäden“ und bisher vier Nachbeben.

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Im Raum Ebreichsdorf in Niederösterreich hat es am Mittwoch um 19.17 Uhr neuerlich ein deutlich spürbares Erdbeben gegeben. Laut dem Österreichischen Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hatte es eine Magnitude von 4,2  und war auch in weiten Teilen Wiens und des Burgenlands deutlich zu spüren.

Über Nacht hat die Erde dann noch weitere vier Male gebebt, berichtete Wolfgang Lenhardt von der ZAMG am Donnerstagvormittag. In der Zwischenzeit seien auch mehrere kleinere Schadensmeldungen eingegangen. Dabei handle es sich allerdings nur um „kosmetische Schäden“, so Lenhardt. Vereinzelt habe es feine Risse im Verputz gegeben.

Rund zweieinhalb Stunden nach dem Hauptbeben, gegen 21.42 Uhr, habe es das erste Nachbeben mit einer Stärke von 2,9 gegeben. Nach Mitternacht bebte dann die Erde noch insgesamt drei Mal.

Mehrere Beben seit 20. September

Lenhardt betonte bereits am Abend, dass sich das Beben in einer Tiefe von acht bis zwölf Kilometer unter Erde abgespielt hat, deshalb sei auch nicht mit Schäden zu rechnen. Ein Erdbeben dieses Ausmaßes sei erst in einer wesentlich geringeren Tiefe gefährlich.

Bereits in der Früh war es am Mittwoch in der Region zu zwei Nachbeben mit einer Magnitude von 2,0 und 2,1, gekommen. Am 20. September hatte sich in dem Gebiet ein Hauptbeben ereignet. Lenhardt betonte aber, dass es sich bei dem Beben am Mittwoch um kein Nachbeben, sondern um ein neuerliches Ereignis gehandelt hat. Deshalb sei auch mit weiteren Nachbeben in geringerem Ausmaß zu rechnen.

Wiener Becken typische Erdbeben-Zonen

Das Wiener Becken ist eine der typischen Erdbeben-Zonen Österreichs. Vereinfacht gesagt driften die Flanken des Wiener Beckens auseinander, wodurch es immer wieder zu Brüchen in der Erdkruste kommt.

Ebreichsdorf liegt in diesem Gebiet. In der Vergangenheit sind daher wiederholt stärkere Erdbeben, zuletzt im Jahr 2000, aufgetreten.

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Quellen: ZAMG/diepresse.com/sueddeutsche.de vom 05.10.2013

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