Archäologie: Riesiges Maya-Relief in Guatemala entdeckt

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Acht Meter lange und zwei Meter hohe Steinmetzarbeit in 1.500 Jahre alter Pyramide freigelegt.

„Das ist außergewöhnlich, das gibt es nur einmal im Leben eines Archäologen,“ meint Francisco Estrada-Belli. Der Historiker ist begeistert über einen aufsehenerregenden Fund, den er und sein Team aus Boston vor wenigen Wochen im Norden Guatemalas nahe der Grenze zu Belize gemacht haben.

Die Forschergruppe hat im Juli in der Maya-Ruinenstadt Holmul im Department Petén Ausgrabungen unter den 20 Meter hoch aufgetürmten Resten eines jüngeren Gebäudes durchgeführt. In einem Gang, den vermutlich Plünderer hinterlassen haben, stießen die Archäologen auf eine bisher unbekannte Pyramide. Geschmückt ist das Bauerwerk mit einem spektakulären Steinfries (Titelfoto). Das acht Meter lange Relief bildete die Außenseite eines Gebäudes, das noch zum Großteil unter dem Schutt einer jüngeren Struktur verborgen ist.

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Wie Estrada-Belli am Mittwoch bei der Präsentation der Entdeckung berichtet, dürfte das Relief rund 1.500 Jahre alt sein. Die acht Meter lange und zwei Meter hohe Stein-metzarbeit zeigt Reste einer früheren Bemalung. Die Wissenschafter fanden rote, blaue, grüne und gelbe Farbreste. Zu sehen sind mehrere Personen und mythologische Wesen. Darunter verläuft eine Bordüre aus 30 Schriftzeichen, aus der hervor geht, dass das Bau-werk durch den Herrscher von Naranjo, einem weiter südlich gelegenen Königreich, in Auftrag gegen worden war.

Im Detail zeigt das Relief drei menschliche Figuren mit aufwändigen Federkopfbe-deckungen und Jade-Schmuck, die mit überkreuzten Beinen über dem Kopf eines Berggeistes sitzen. Jedes Individuum trägt eine Namens-Kartusche auf dem Kopf, zu entziffern war aber nur die der zentralen Figur: Och Chan Yopaat, was etwa soviel be-deutet wie „der Sturmgott steigt in den Himmel auf“. Zwei gefiederte Schlangen treten aus den Berggeistern unter der Hauptfigur in der Mitte hervor und bilden mit ihren Körpern einen Bogen. Darunter zeigt das Relief zwei alte Gottheiten, die ein Schild mit Schriftzeichen tragen. Vor den Mäulern der Schlangen sitzen zwei weitere Figuren.

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Die Archäologen fanden die Reste einer früheren Bemalung auf dem Steinrelief.

Andere Inschriften geben wertvolle Informationen zu den lokalen politischen Ver-hältnissen und legen nahe, dass der Einfluss Holmul zeitweise größer war als bisher angenommen wurde. Die Schriftzeichen berichten von zahlreichen Allianzen, die bis nach Teotihuacán im heutigen Mexiko reichten. Dadurch konnte Holmul sogar das mächtige Maya-Königreich Tikal im Süden in Bedrängnis bringen. Aus den dargestellten Er-eignissen konnten die Forscher schließen, dass das Gebäude in den 590er Jahren errichtet wurde.

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Die Inschriften (hier mit roten Farbresten) verraten Details zu den politischen Verhältnissen der Maya-Stätte Holmul um das Jahr 600.

Die Stadt Holmul wurde um 800 vor unserer Zeitrechnung gegründet. Erst als die Maya-Zivilisation um das Jahr 900 zusammenbrach, wurde auch Holmul verlassen. Das macht die Stadt mit 1.700 Jahren zu eine der am längsten besiedelten Maya-Stätten. Den Höhe-punkt ihrer Macht erreichte die Stadt zwischen 750 und 900. Zu dieser Zeit dürfte Holmul enormen Einfluss auf die umliegenden Königreiche gehabt haben. Holmul wurde wie die anderen Orte aus unbekannten Gründen verlassen.

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Video: Die Tikal Maya Ruinen

Quellen: PRAVDA-TV/AP/Proyecto Arqueologico Holmul/derstandard.at vom 08.08.2013

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