
Eric King im Interview mit Egon von Greyerz.
„Angesichts von $ 280 Billionen Dollar Schulden auf der Welt und $ 1,5 Billiarden Dollar an Derivaten wird dies zu einem Zusammenbruch führen, der die Welt mindestens 50 Jahre, wenn nicht mehr, zurückwerfen wird.“
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Greyerz: “Eric, ich schaue mir den deflationären Druck an, den wir in vielen Bereichen in Europa und Japan sehen. Fortlaufende Deflation wird zu einer Implosion von Anlagepreisen und Bankschulden führen. Bei so einem Szenario werden keine Schulden zurückgezahlt und das Finanzsystem wird scheitern.
Angesichts von $ 280 Billionen Dollar Schulden auf der Welt und $ 1,5 Billiarden Dollar an Derivaten wird dies zu einem Zusammenbruch führen, der die Welt mindestens 50 Jahre, wenn nicht mehr, zurückwerfen wird. Regierungen und Zentralbanken sind die deflationären Risiken vollkommen bewußt, deswegen haben sie gedruckt und Billionen von Dollar erschaffen und die Zinsraten auf null gesenkt.
Aber bis jetzt hatten diese ganze Gelderschaffung und die Stimuli keinen Effekt. Das europäische Bankensystem ist unter enormem Druck und wird nicht ohne massiven Liquiditätszufluss überleben. Trotz der optimistischen Botschaft, die die EU und die europäischen Regierungen zu verbreiten versuchen, versinkt Südeuropa langsam im Mittelmeer – und das betrifft auch Frankreich.
Diese Gegend und andere Länder wie Japan sind hoffnungslose Fälle, die keine Chance haben die Schuldenkrise zu überleben. Selbst Deutschland fängt nun an langsamer zu werden und deutsche Zinsraten sind jetzt negativ. Und wenn wir uns die USA anschauen, da gibt es derzeit einen Optimismus, der völlig fehl am Platz ist, dass all die Probleme gelöst worden sind.
Nun, es ist keine Überraschung Eric, dass wenn man Billionen von Dollar in den Markt gibt und die Zinsraten auf null setzt, dass man damit etwas kurzfristigen Optimismus erreicht. Die größten Nutznießer davon sind natürlich die Aktienmarkt-Investoren und die Banker und einige größere Konzerne, aber die Armen werden immer ärmer und stärker verschuldet und die Sozialhilfe-Zahlungen werden immer größer. Darüber hinaus wissen wir, dass die offiziellen US-Statistiken irreführend sind und oft vollkommen inkorrekt. Die Arbeitslosigkeit liegt, gemessen auf einer gleichbleibenden Basis, bei 22 Prozent und das um die Inflation bereinigte BIP fällt, genau wie die Einkommen.
Die FED hat aber drei wesentliche Ziele: Maximale Beschäftigung, stabile Preise und moderate langfristige Zinsen. Daneben sind sie für die Geldpolitik verantwortlich und dafür die Stabilität im Finanzsystem zu bewahren, und natürlich auch die Banken zu beaufsichtigen.
Also, mit den 22 Prozent Arbeitslosigkeit haben sie an der Front vollkommen versagt und bezüglich der Stabilität im Finanzsystem hat die FED genau das Gegenteil getan. Indem sie Geld gedruckt und die Zinsraten ständig manipuliert haben, haben sie das instabilste und gefährlichste Finanzsystem der Geschichte erschaffen.
Mit einem starken, von Liquidität befeuerten Aktienmarkt sehen die Dinge rosig aus, aber darunter ist alles am verrotten. Man schaue sich nur die kurzfristigen Zinsen für Schatzanleihen an. Im Jahr 2000 lagen die bei 6 Prozent. Dann fiel der Aktienmarkt und die Zinsen wurden 2003 in einer Serie ungeplanter, panischer Bewegungen auf unter 1 Prozent gesenkt.
Der Aktienmarkt erholte sich und die Zinsen wurden bis 2006 wieder auf bis zu 5 Prozent erhöht. Und dann kam die große Finanzkrise 2007. Die FED geriet wieder in Panik und die Zinsen wurden bis 2008 auf null gedrückt, wo sie seitdem auch stehen.
Es geht mir um folgendes, Eric; die FED hat überhaupt keinen Plan und erfüllt in keiner Weise die ihr gestellten Aufgaben. Alles was sie tun, ist auf Ereignisse zu reagieren – Ereignisse, von denen einige von uns wussten, dass sie unausweichlich sind, aber die FED nie hat kommen sehen.“ …
Greyerz: “Die Menge des Papiergolds da draußen ist unglaublich groß und wenn die Menschen einmal anfangen, dem System nicht mehr zu vertrauen und zu verstehen, dass westliche Zentralbanken kein Gold, oder nur sehr wenig Gold übrig haben, und die Bullion(Goldbarren-)banken ebenfalls, dann wird die 100 zu 1 Ratio von Papiergold zu physischem Gold dazu führen, dass massiv Shorts gedeckt werden.“
Egon von Greyerz, ist der Gründer und Manager von Matterhorn Asset Management in Zürich, Schweiz.
Quelle: n8waechter.info vom 30.08.2014
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