
Der Geowissenschaftler François-MichelLe Tourneau unternahm eine Forschungsreise in ein von der Welt vergessenes Gebiet mitten im Amazonaswald. Der Dschungel des Tumucumaque-Gebirges liegt fast immer unter einer dichten Wolkendecke. Forscher haben die Gegend schon seit Jahren nicht mehr auf ihrem Radar.
Mitten im Amazonaswald an der Grenze zwischen Brasilien, Surinam und Französisch-Guayana liegt ein Gebiet, das seit 50 Jahren von der Welt vergessen ist. Der von Quell-flüssen des Rio Jari (Foto: San Antonio Wasserfall) durchzogene Dschungel des Tumucumaque-Gebirges liegt fast immer unter einer dichten Wolkendecke, so dass die hochauflösenden Satellitenteleskope, die angeblich „durch die Wolken sehen können“, nur ungenaue Bilder des zerklüfteten Bergreliefs liefern.
Forscher und Umweltschützer haben die Gegend am Scheideweg früherer Handelswege von Regenwald-Indiostämmen schon seit rund 40 Jahren nicht mehr auf ihrem Radar.
Dabei war das Gebiet über drei Jahrhunderte lang Gegenstand unterschiedlicher Begehrlichkeiten. Im 18. und 19. Jahrhundert suchten Amazonas-Pioniere hier das legendäre El Dorado der Conquistadores. Zwischen 1935 und 1937 erforschte eine von Nazi-Deutschland in Auftrag gegebene Expedition den Regenwald. Ihr Leiter, der Naturforscher Otto Schulz-Kampfhenkel, brachte seinen Expeditionsbericht 1938 als Buch heraus, das die Vorlage zum Ufa-Großfilm „Rätsel der Urwaldhölle“ lieferte.
Im August 2011 begab sich die “ Mapaoni-Expedition “ unter Leitung des Geowissen-schaftlers François-Michel Le Tourneau auf Spurensuche in die Vergangenheit. Auf drei Pirogen folgte die 20-köpfige Expedition einen Monat lang dem eher unbekannten Rio Jari, einem Nebenfluss des Amazonas. Sie legte über 750 Kilometer flussaufwärts zurück, bis zu dem Grenzstein zwischen Brasilien, Surinam und Französisch-Guayana.
Genau dorthin wollte Le Tourneau zurückkehren, um das Gebiet neu zu kartographieren, die geografischen Datenbanken zu aktualisieren und genaue Informationen über die gegenwärtige und vergangene Besiedlung der Region zu sammeln. Anhand mitgeführter historischer Dokumente früherer Forschungsreisender konnte er die Einträge des 19. und 20. Jahrhunderts mit der aktuellen Situation vergleichen.
Die Mapaoni-Expedition ist eine Reise in eine vergessene Welt, die Einblick in die unglaublich reiche Vergangenheit dieses Gebiets gewährt.
Ein außergewöhnliches wissenschaftliches und menschliches Abenteuer, im Herzen des größten und undurchdringlichsten Regenwaldes der Welt.
Video:
Quelle: arte 2011
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