
Es sieht irgendwie nicht so rosig aus für Italien. Trotz Reformbemühungen in den letzten Jahren ist der Schuldenstand seit 2010 weiter gestiegen, die Wirtschaft dümpelt so vor sich hin und die Reformen von Ministerpräsident Matteo Renzi haben bisher noch keine Wirkung gezeigt.
Auf der Suche nach Lösungen für die Wirtschaftskrise hat die italienische Regierung sich nun dafür entschieden, illegale Aktivitäten wie Drogenhandel und Prostitution in die BIP-Berechnung einzubeziehen. Das berichtet die US-amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg.
Bis zu 20 Prozent mehr Wirtschaftsleistung
Guiseppe Di Taranto, Ökonom und Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Luiss Universität in Rom, sagte der Agentur: „Selbst wenn der tatsächliche Einfluss schwer zu quantifizieren ist, bin ich mir sicher, dass es einen positiven Einfluss auf das BIP haben wird.“ Das Resultat aus der Neuberechnung sei, dass Ministerpräsident Renzi einen größeren finanziellen Handlungsspielraum habe.
Drogen und Prostitution könnten der italienischen Wirtschaft zumindest auf dem Papier einen gewaltigen Zuwachs verschaffen. Experten schätzen den Anteil der Schattenwirtschaft an der Wirtschaftsleistung des Landes auf bis zu 21 Prozent, berichtet der österreichische Rundfunksender ORF.
Übliche Praxis bei der BIP-Berechnung
In den letzten Jahren haben immer mehr Länder ihre Schattenwirtschaft als Wirt-schaftsleistung gezählt. Auch Deutschland berechnet das BIP inklusive illegaler Aktivitäten.
Die Schattenwirtschaft eines Landes in den Berechnungen des BIP zu berücksichtigen, macht angeblich durchaus Sinn. Zum Einen werden die realen Lebensverhältnisse so besser dargestellt, zum Anderen helfen einheitliche Standards, das BIP als inter-nationales Vergleichsmaß zu verbessern. Denn was in Italien legal ist, kann in Deutschland schon illegal sein.
Eine legale Mafia würde sich noch mehr lohnen
Vielleicht sollte sich die italienische Regierung in einem weiteren Schritt überlegen, die Mafia zu überreden, ein legales Unternehmen zu werden. Immerhin machte allein die ‚Ndrangheta im Süden des Landes 2013 53 Milliarden Euro Umsatz. Das wären immerhin weitere 3,5 Prozent mehr berechnetes Wirtschaftswachstum – für die eiegntliche Mafia, den Staat.
Quellen: PRAVDA TV/huffingtonpost.de vom 23.05.2014
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