
Drei Jahre nach dem Fukushima-GAU wird jetzt mit dem Eintreffen der Strahlenbelastung an der amerikanischen Westküste gerechnet.
Kanada hat schon kurz nach dem Reaktorunglück ein Programm zur Überwachung der Radioaktivität im Pazifik gestartet, um zu klären, wann denn die Radionuklide aus den zerstörten Reaktoren Nordamerika erreichen werden.
Bei dem Programm des Bedford Institute of Oceanography wurden zunächst Referenz-werte gemessen, um die Radioaktivität, die aus den Atombombenabwürfen und Tests der 1940er bis 1960er Jahre stammt, von derjenigen aus Fukushima unterscheiden zu können. Als Marker dienen Cäsium-Isotope und als Unterscheidungsmerkmal deren Verhältnis und Zerfallszeit, um auf das verursachende Ereignis rückzuschließen.
Ab 2012 maßen die Messstationen im Pazifik dann erste geringe Mengen an Cäsium aus Fukushima. Im Juni 2013 waren sie noch 1500 km von der amerikanischen Westküste entfernt. Gemessen wurden niedrige 1 Becquerel Cäsium 137 pro Kubikmeter Wasser. Doch mittlerweile ist aus dem einmaligen „Kontaminierungs-Ereignis“ ein kontinuier-liches Einleiten, bzw. „Entweichen“ über den Baugrund des Reaktorgeländes in Fukushima ins Meer geworden.
Die bisherigen Modellrechnungen für den Transport der strahlenden Teilchen erwarten zunächst zwischen 1 und 27 Becquerel Gehalt an radioaktivem Cäsium, der bis Mitte 2015 sein Maximum erreichen soll. Beide Werte für die kanadische Westküste sind noch theoretisch. Sie wären dann im Vergleich zu den Belastungen in europäischen Meeren niedrig. Zum Vergleich: Wegen Tschernobyl liegt die Belastung in der Ostsee bei 40 Becquerel Cäsium 137 pro Kubikmeter Wasser und in der Irischen See wegen den Abwässern aus Sellafield bei 61 Becquerel.
Wie hoch die Werte an der Westküste dann tatsächlich ausfallen, dürfte sich im Laufe dieses Jahres aus den Messwerten nach dem ersten Eintreffen ableiten lassen. Die US-Regierung hat im Gegensatz zur kanadischen kein eigenes Messprogramm. Deshalb wurde dort das spendenfinanzierte Citizen-Science-Projekt gestartet. An der gesamten US-Pazifikküste vom Beringmeer bis zur mexikanischen Grenze nehmen Freiwillige Proben und schicken sie ins Labor nach Woods Hole/Massachusetts in die Oceanographic Institution.
Quelle: heise.de vom 28.04.2014
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