
Das Nominalvolumen des US-Derivate-Marktes erreichte im vierten Quartal 2013 den zweithöchsten Endjahresstand aller Zeiten. Weiter dominant: Die US-Investmentbank JP Morgan.
Neue Zahlen zum Gesamtvolumen des US-Derivate-Marktes: Er wird per Ende 2013 mit einem Nominalvolumen von 237,02 Billionen US-Dollar (“Trillions”) beziffert. Dieser Wert lag 1,25 Prozent unter dem Quartal der vergangenen Berichtsperiode, markierte aber das zweitgrößte Q4-Derivate-Volumen seit die Zahlen aufgezeichnet werden. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Office of the Comptroller of the Currency (OCC) hervor. In den Daten berücksichtigt sind Geschäftsbanken und Sparkassen der USA, die über FDIC oder NCUA gesichert sind. Hedgefonds gehören demnach nicht dazu.
Das US-Investmenthaus JP Morgan Chase & Co. (JPM) war in Q4 2014 alleine mit einem Nominalvolumen von 70,09 Billionen US-Dollar auf dem US-Derivate-Markt engagiert. Anteil am Gesamtmarkt: 26,6 Prozent. Warren Buffet hat Derivate einst als “finanzielle Massenvernichtungswaffen” bezeichnet.

(US-Derivatemarkt seit 1998: In Q4 2013 mit 237 Billionen US-Dollar auf dem zweithöchsten Stand aller Zeiten)

(Per 31.12.2014 meldete JPM außerdem den Besitz von Gold-Derivaten (Futures/Forwards, Optionen, Swaps) im Nominalwert von 51,3 Milliarden US-Dollar. 70 Prozent davon wiesen eine Laufzeit von weniger als einem Jahr auf)
JP Morgans Anteil an den gesamten Gold-Derivaten aller US-Institute entsprach 54 Prozent. An zweiter Stelle wird Citibank National Association genannt, mit Gold-Derivaten im Nominalwert von 19,98 Milliarden US-Dollar. Für Goldman Sachs und Bank of America werden Gold-Derivate-Positionen von Null gemeldet. Gegenüber dem Vorquartal ging JPMs Gold-Derivate-Position um 21,5 Prozent zurück, stärker als die Gesamtposition aller US-Institute (-12 %).
Im Dezember 2012 beschloss der Bundestag strengere Regeln im Handel mit Derivaten mit dem Ansinnen, dass damit das Zocken transparenter würde. Auflagen oder Be-schränkungen gibt es jedoch nicht. Zertifikate jedweder Art sind nach wie vor frei handelbar und bergen für die Banken bzw. Steuerzahler immer noch ein enormes Risiko. Die Einführung neuer Regeln im Derivatehandel in der EU lässt noch auf sich warten.
Da die Derivate – außerbörslich – von Computern in Mikrosekunden gehandelt werden, weiß niemand, was einen Crash auslösen kann oder wann es passiert. Doch angesichts der globalen Finanzkrise kann sich das völlig aus den Fugen geratene Derivategeschäft für das gesamte Finanzsystem katastrophal auswirken.
Die Uhr tickt, tickt, tickt…
Quellen: PRAVDA TV/hartgeld.com/goldreporter.de vom 16.04.2014
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