
Über der nordtexanischen Stadt Amarillo haben zwei „Plane-Spotter“ vor kurzem mehrere hochfliegende Objekte gesehen und fotografiert, die sie trotz ihrer Fachkenntnis bisher nicht zuordnen konnten. Sie übermittelten die Bilder dem bekannten US-Luftfahrtexperten Bill Sweetman (*1956), Redakteur des Luftfahrtmagazins „Aviation Week“, doch auch der konnte sich keinen klaren Reim darauf machen.
(Titelbild: Dieses Foto machte der Plane Spotter Steve Douglass. Es zeigt offenbar etwas mit extremer Deltaform, was auch in der US-Luftwaffe selten ist)

(Der Himmel über Amarillo)

Dieses Bild stammt von Dean Muskett. Insgesamt seien drei solcher Dinger über den Himmel gezogen, heißt es, und: Die Beobachter wollen Funkverkehr verfolgt haben, der mit den Objekten zu tun haben schien. Selbst Sweetman gibt sich jedenfalls überrascht und meint, so einen Fall habe es vermutlich seit 1956 nicht gegeben: Damals hatten Zeugen über Großbritannien erstmals die noch streng geheimen U-2-Aufklärer der US-Luftwaffe fotografiert, die auch von England aus operierten.
Was war es dann für ein Ding am Himmel?
Bomber B-2 „Spirit“
Um den strategischen Tarnkappenbomber B-2 „Spirit“ von Northrop Grumman dürfte es sich nicht handeln. Da fehle die typische „Sägezahn-Hinterkante“, meint der öster-reichische Luftfahrtjournalist Georg Mader, Korrespondent des Militärmagazin IHS Jane’s Defence.
RQ-180 Drohne
Eine Theorie: Es könnten „Tarnkappen-Drohnen“ vom ultramodernen Typ RQ-180 von Northrop Grumman sein. Deren Existenz (bzw. von Prototypen) wurde von Aviation Week vorigen Dezember enthüllt. Sie wurden geheim entwickelt und sollen „unsichtbar“ auch in verteidigten Luftraum eindringen. Dagegen, dass sie es waren, spricht der Funkverkehr, der auf Crews schließen ließ. Und unbemannte Drohnen würde man ungern so dicht beieinander fliegen lassen, wegen der Kollisionsgefahr.
SR-72-Aufklärer (Konzept)
Andere Theorie: Es waren Prototypen des unbemannten, hyperschallschnellen Auf-klärungsflugzeugs SR-72, des angeblich bei Lockheed Martin in Entwicklung befindlichen Nachfolgers der altbekannten und bemannten SR-71 „Blackbird“, die 1998 außer Dienst gestellt wurde.
Die Blackbird flog mehr als 3500 km/ schnell. An ihrem Nachfolger wird laut Aviation Week, die auch dieses Programm erst im Vorjahr „enttarnt“ hatte, seit etwa 2007 gefeilt, und er soll sogar Mach 6, also mehr als 6000 km/h, schnell sein, was wohl einen der noch sehr exotischen, wenig erprobten „Scramjet“-Antriebe nötig macht, die praktisch ohne bewegliche Teile auskommen.
Dieses Flugzeug soll nicht besonders „stealthy“ wie die erwähnte Drohne sein, sondern ob seiner enormen Geschwindigkeit und in großen Höhen unbehelligt verteidigten Luftraum passieren können. Allerdings wurden flugfähige, noch bemannte Prototypen erst für etwa 2018 erwartet, zudem ist das SR-72-Konzept vorne spitzer, als es die gesichteten Fluggeräte waren, die zudem nicht besonders schnell unterwegs waren, was wieder eher für die RQ-180 spricht.
Eine X-Akte?
Sehen Sie sich noch einmal die Bilder an und raten mit. Es wird ja wohl nichts Außerirdisches gewesen sein. Oder?
Quellen: diepresse.com vom 06.04.2014
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