
Wladimir Putin scheint auf seinen Besuch im Iran vorbereitet zu sein. Einen Tag vor Beginn der Genfer Konferenz zu Syrien kam der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif nach Moskau. Er traf sich mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow und anschließend auch mit Präsident Wladimir Putin. Wie sich herausgestellt hat, diskutierten sie nicht nur über die syrische Beilegung, sondern auch über die Vorbereitung auf den Besuch des russischen Staatschefs in Teheran.
Im Januar ist bekannt geworden, dass Russland bereit ist, iranisches Erdöl in einer Menge von 500.000 Barrel pro Tag einzukaufen. Ein entsprechendes Abkommen soll wahrscheinlich beim kommenden Besuch Putins unterzeichnet werden. Auf die Vorwürfe der USA sagten die russischen Diplomaten mehrfach, dass Moskau nur UN-Sanktionen gegen den Iran anerkenne.
Moskau hat zur Beilegung der iranischen Atomkrise wesentlich beigetragen und dürfe deshalb im Einklang mit seinen nationalen Interessen vorgehen, meint Wladimir Nowikow vom russischen Institut für strategische Studien.
„Die „Schwarzarbeit“ zur iranischen Frage wurde größtenteils von Russland erledigt. Zudem hat Russland in den letzten zehn Jahren als der wichtigste Vermittler und „Dämpfer“ zwischen dem Westen und dem Iran gehandelt. Wir wollen nämlich keine Verschärfung an unseren südlichen Grenzen, in der Nähe des Kaukasus.“
Die USA zeigen sich beunruhigt über das kommende Ölgeschäft zwischen Moskau und Teheran. US-Finanzminister Jack Lew drohte mit Strafmaßnahmen gegen alle Unter-nehmen, die die US-Sanktionen gegen den Iran verletzen würden. Moskau will aber nicht warten, bis die USA und die EU die Sanktionen rückgängig machen, weil die westlichen Partner über diese Zeit den iranischen Markt untereinander aufteilen könnten. Das Weltwirtschaftsforum in Davos bestätigt, dass Russland den richtigen Zeitpunkt gewählt hat.
Der neue iranische Präsident Hassan Rohani hielt in Davos eine Rede. Er sagte dabei, dass Teheran bereit sei, nach der Milderung der Sanktionen die partnerschaftlichen Beziehungen zu den westlichen Ländern wiederaufzubauen. Rohani traf sich in der Schweiz weniger mit Politikern als mit Vertretern von Energie-Unternehmen.
Er rief sie dazu auf, in den Iran zurückzukehren und in dessen Wirtschaft zu investieren. Für Europa ist die Aufhebung der Sanktionen wirtschaftlich ebenso wichtig, wie für den Iran. Dadurch wird der Iran nach Berechnungen des US-Finanzministeriums Zugang zu mindestens 60 bis 70 Milliarden US-Dollar erhalten. Das bedeutet Zehntausende von neuen Arbeitsplätzen.
Deutschland allein rechnet damit, seinen Export in den Iran innerhalb von zwei Jahren auf zehn Milliarden Euro zu erhöhen, wie es vor den Sanktionen der Fall war. Mittler-weile exportiert Deutschland in den Iran Waren, auf die sich die Sanktionen nicht erstrecken.
Selbst amerikanische Unternehmen entsandten noch vor den Genfer Abkommen ihre Agenten in den Iran, um herauszufinden, wo die europäischen Konkurrenten verdrängt werden könnten. Amerikanische Unternehmen bereiten sich darauf vor, Fahrzeuge, Öl- und Gasgewinnungsausstattung, sowie Bautechnik, Chemikalien und sonstige Waren an den Iran zu liefern.
Quelle: Stimme Russlands vom 24.01.2014
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