“Plume-gate” Fukushima: Die unsichtbare Bedrohung – Rauch an Filteranlage, Leck in Turbinengebäude – Mutationen bei Schmetterlingen – Rotes Licht über AKW

Die Informationen von TEPCO sind wieder sehr dürftig, frei nach dem Motto “wir haben die Sache unter Kontrolle, kein Problem”, doch die Reparaturen sind amateur- und stümperhaft! Immer wieder schlagen Meldungen zu Mutationen in der Tier- und Pflanzenwelt auf, diese propagierten “Einzelfälle” müssen jeden Menschen aufhorchen lassen, ob der Strahlenbelastung die seit dem Unglück vom 11. März 2011 den Planeten fest im Griff hat.

Aus unsichtbar wird jetzt vollkommen sichtbar!

Deckel des Sicherheitsbehälters von Fukushima-Reaktor 4 abgehoben

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte am Wochenende einige interessante Videoaufnahmen von Arbeiten am AKW Fukushima. Auf diesen ist zu sehen, wie innerhalb von 15 Minuten der obere Deckel des Sicherheitsbehälters von Reaktor 4 entfernt wird.

Bei den Arbeiten wurden die insgesamt 18 beteiligten Arbeiter in zwei Gruppen aufgeteilt, die das Manöver mit Hilfe eines Raupenkrans (750 Tonnen) durchführten. Bei der Aktion waren die Arbeiter nach Angaben von TEPCO einer Strahlung von 0,39 Millisievert ausgesetzt – für 15 Minuten, was 1.56 mSv/h bedeutet – die geplante Tagesdosis lag bei 0,8 Millisievert pro Tag, dies sind 0.03 mSv/h (Millisievert pro Stunde).

Demnach war die Strahlenbelastung 52x höher!

Angaben zu den Hintergründen der Arbeit, oder das weitere Vorgehen machte das Unternehmen bislang nicht.

Erneut Fukushima-Arbeiter ohne Dosimeter entdeckt

Wieder  hat ein Angestellter eines weiteren Subunternehmens bei Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi kein persönliches Dosimeter getragen. Bereits zuvor war ein Fukushima-Arbeiter ohne Dosimeter aufgefallen.

Wie TEPCO mitteilte, verbrachte ein Angestellter des Subunternehmens Toden Kogyo Corporation am Freitag insgesamt 90 Minuten mit Arbeiten, ohne ein derartiges Strahlungsmessgerät zu tragen. Hierzu befragt gab er an, das Gerät “vergessen” zu haben.

Schätzungen aufgrund der Strahlungsbelastung anderer Angestellten die im selben Bereich arbeiteten, lassen auch bei dem fraglichen Arbeiter eine Belastung von 0,03 Millisievert wahrscheinlich erscheinen. TEPCO erklärte, ab Freitagabend werde man Schritte unternehmen, um gewährleisten zu können, dass alle an der Anlage tätigen Personen Dosimeter tragen.

Wie die Asahi Shimbun den Ausführungen des Konzerns ergänzend hinzufügte, rief das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales am selben Tag die Kraftwerksbetreiber im ganzen Land an, ihre Strahlungskontrollmaßnahmen zu verstärken und dabei auch ausreichend Dosimeter bereitzustellen.

Zudem wolle der Zeitung zufolge das Ministerium untersuchen, warum und wie die Arbeiter in der Lage waren ohne Dosimeter zu arbeiten. Anhand der Ergebnisse sollen neue Anforderungen gestellt werden, um eine weitere Wiederholung zu verhindern.

Bilder aus Fukushima:

Wasserlache in Turbinengebäude von Fukushima-Reaktor 4

Am Dienstag gegen 11:15 Uhr entdeckte ein Arbeiter auf einem Kontrollgang  im ersten Stock des Turbinengebäudes von Reaktor 4 eine große Wasserlache. Diese bedeckte den Boden des etwa 350 Quadratmeter großen Raumes und hatte eine Tiefe von einem Zentimeter.

Eine Untersuchung vor Ort ergab, dass das Wasser offenbar aus einer Schlauchleitung ausgetreten war, die entlang eines Ganges, außerhalb des Raumes verläuft. Nach Angaben des Betreibers TEPCO führt die Leitung kontaminiertes Wasser aus dem angrenzenden Fukushima-Reaktor 3 und leitet dieses in einen Auffangbehälter.

Die später durchgeführte Messung der radioaktiven Strahlung ergaben folgende Werte:

  • Cäsium-134: 3,0 × 10⁴ Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-137: 4,7 × 10⁴ Becquerel pro Kubikzentimeter.

Dem Elektrizitätskonzern zufolge bestünden keine Hinweis darauf, dass das Wasser aus dem Gebäude in die Umwelt gelangt sein könnte.

Weißer Rauch aus Pumpe einer Cäsiumfilteranlage

Ebenfalls am heutigen Morgen gegen 8:30 machten Angestellte eines Partner-unternehmens eine weitere Störung am AKW Fukushima aus. Im Lagerhaus für Geräte der Cäsiumfilteranlage, die dazu dient, das Wasser zu dekontaminieren, stieg weißer Rauch aus einer der Pumpen auf.

Unter Einsatz eines Feuerwehrlöschers konnten die Fukushima-Arbeiter das offenbar vorhandene Feuer löschen. Auch die Feuerwehr Tomioka bestätigte anschliessend, dass kein Brand vorliege.

Es habe keinen Einfluss auf sonstige Teile der Anlage gehabt  Nach Angaben von TEPCO sei man nun daran, die mögliche Ursache für den Brand und die Rauchentwicklung zu ermitteln.

Missbildungen bei Schmetterlingen

Nach einem Artikel der britischen Fachzeitschrift “Nature” haben Wissenschaftler der Ryukyu-Universität in Okinawa herausgefunden, dass die ausgetretene und immer noch austretende Radioaktivität noch bei Nachkommen späterer Schmetterlings-Generationen zu Gen-Mutationen führt.

Etwa zwölf Prozent der untersuchten Insekten aus der Familie der Bläulinge (Pseudozizeeria maha) , die im Larven-Stadium der nach dem Atomunglück im März 2011 in Fukushima ausgetretenen Radioaktivität ausgesetzt waren, hatten Missbildungen wie kleinere Flügel oder Deformationen an den Augen.

Die Forscher züchteten die Insekten in einem Labor weiter. Dabei zeigten 18 Prozent der Nachkommen ebenfalls Mutationen. In der dritten Generation stieg der Anteil der Tiere mit Missbildungen sogar auf 34 Prozent – obwohl jeweils eines der Elternteile aus einer anderen, gesunden Population stammte.

Sechs Monate nach dem Fukushima-Unglück fingen die Forscher erneut 240 Schmetter-linge aus der Familie der Bläulinge in der Region um das AKW. 52 Prozent von deren Nachkommen wiesen Missbildungen auf.

Die Forscher sind sich unschlüssig, ob diese Ergebnisse auch auf andere Arten übertragen werden können.

Wir berichteten in vorherigen Fukushima-Updates über mutierte Fische (es wird fleißig gefischt, verkauft, exportiert und gegessen), Schweinefleisch, Cäsium in Thunfisch vor der Westküste der USA, deformierte Pflanzen, radioaktiven Reisanbau und Anzeichen von Erkrankungen/Todesfällen bei Kindern  – Nobelpreisträgerin Dr. Helen Caldicott zu der Situation und den globalen Langzeitfolgen.

Wie soll denn bitte schön eine omnipräsente radioaktive Strahlung eine Spezies mutieren lassen und eine andere nicht?!

Wie wirken sich die mutierten Arten auf das Ökosystem und die Nahrungskette aus?

Seltsames rotes Licht über AKW

In der Nacht des 13. August 2012 hat die TEPCO-Kamera ein rotes Licht über dem AKW Fukushima aufgenommen, was sich von West nach Ost bewegt. Anhand der unteren Grafik sehen wir die Perspektive der Kamera und die Flugbahn des Objekts.

Erklärung? Keine…ein User meint es seien für den Pazifik typische Cumulonimbus oder Kumulonimbus Wolken, dass Licht sollen Blitze sein, die rötlich sind, ähnlich wie ein roter Mond…wegen der hohen Luftfeuchtigkeit an dem Tag in Fukushima.

Beginnt bei ca. 1:23 Minuten von links nach rechts.

Quellen: PRAVDA-TV / Tepco / Deutsche Welle / spreadnews.de/ fukushima-diary.com / enenews.com vom 15.08.2012

Weitere Artikel:
Untersuchungsbericht: Fukushima war vorhersehbar und vermeidbar – “Kungeleien der Verantwortlichen”

Kalifornien: “Montauk-Monster” oder ein Kadaver? Alaska: Polarbären verlieren Fell, hohe Sterblichkeit bei Robben

Fukushima & Japan: Arbeiter sollen trotz überschrittener Strahlungsgrenzwerte weiterarbeiten – Radioaktiv kontaminierter Fisch in Fluss entdeckt – Grundwasser soll in Pazifik geleitet werden – Geologische Bedingungen stellen Sicherheit des AKW Tsuruga in Frage?!

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69 Antworten zu “Plume-gate” Fukushima: Die unsichtbare Bedrohung – Rauch an Filteranlage, Leck in Turbinengebäude – Mutationen bei Schmetterlingen – Rotes Licht über AKW

  1. Holle schreibt:

    Es ist wirklich unfassbar, und mit Logik nicht mehr nachvollziehbar was dort passiert.
    Wenn ich höre das kontaminiertes Wasser ins Meer abgeleitet wird, kann man doch nicht wirklich von Schadensbegrenzung sprechen.
    Kein vernünftiges Lebewesen würde in diesem Mase seine eigene Lebensgrundlage vernichten, und das auf eine sehr lange Zeit.
    Verstehe oft nicht, wie die Menschheit die letzten 2000 Jahre überstanden hat, ohne sich selbst auszurotten.

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